Bericht BNN Bruchsal, Moritz Scherer
Kronau. Der Wahlkampf geht in die heiße Phase: Nur noch rund zwei Wochen sind es, ehe am Sonntag, 8. März, der Nachfolger des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) feststehen wird. Cem Özdemir will seinen Parteikollegen beerben.
Neuesten Umfragen von Infratest dimap zufolge müssen die Grünen beim Endspurt noch einiges aufholen. Derzeit liegen sie mit 23 Prozent vor der AfD (20 Prozent). Obwohl die Partei zuletzt aufholte, liegt sie immer noch recht deutlich hinter der CDU (29 Prozent) und Özdemirs Hauptkonkurrenten Manuel Hagel.
Spitzenkandidat Özdemir (Grüne) ist während des Besuchs beim Kronauer Fenster- und Photovoltaikanlagenbauer Bechtold am Freitag guten Mutes, noch die entscheidenden Stimmen einzufahren. „Ich habe immer gesagt, dass das Rennen offen ist. Auch heute sieht man, dass der Zuspruch groß ist. Gerade aus dem Mittelstand und dem Handwerk. Ich werde alles dafür tun, nach der Wahl in anderer Funktion wieder nach Kronau zu kommen“, sagt Özdemir. Begleitet wird er unter anderem von den Landtagskandidaten Nicole Heger (Wahlkreis Bruchsal) und Pascal Haggenmüller (Wahlkreis Bretten). Kronaus Bürgermeister Frank Burkard (CDU) hatte aus terminlichen Gründen abgesagt. Begleitet wurde Özdemir am Freitagnachmittag von vier Personenschützern.
Für seine Sicherheit sorgte ebenso die Polizei mit einem Streifenwagen vor Ort. Obwohl sich Özdemir beim Kronauer Betrieb für Fensterbau und Photovoltaikanlagen um wenige Minuten verspätet, sind ihm keinerlei Hochmut anzumerken.
Geschäftsführer Ralf Bechtold zeigt Özdemir beim Rundgang durch das Firmengelände auch das Holzwerk, wo die Fensterrahmen produziert werden.
Wie es auch auf seinem Wahlplakat steht, versucht er zuzuhören. Und fragt immer wieder interessiert nach. Wie es mit der Energieeffizienz der Fenster aussieht, will er unter anderem wissen. „Die sind höchster Klasse“, entgegnet ihm Bechtold.
Für den Unternehmer Bechtold, der vor zwanzig Jahren als einer der ersten Unternehmer mit Photovoltaikanlagen auf Nachhaltigkeit setzte, hat er höchste Anerkennung. „Sie sind ein exemplarisches Beispiel für ein hochinnovatives Familienunternehmen, das schwarze Zahlen schreibt.“
Unternehmer Bechtold belastet trotz der gegebenen Nachfrage nach Photovoltaikanlagen die aktuelle Politik.
Insbesondere die Pläne der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), sämtliche Anreize zum Photovoltaikanlagen-Kauf für Privatpersonen zu streichen. „Privatpersonen sind unser Hauptgeschäft. Deshalb haben wir schon Angst, dass wir deshalb Arbeitsplätze verlieren könnten.“ Özdemir will Unternehmer wie Bechtold unterstützen und verteilt dabei Seitenhiebe gegen die CDU.
Als Beispiel nennt er die geplante Abschaffung der Stromsteuer.
Eigentlich sei versprochen worden, dass sie für alle abgeschafft wird. Dennoch wurde sie aber nur für die Industrie abgeschafft. „Offenbar weiß die CDU in Berlin nicht, dass Wirtschaft in Baden-Württemberg nicht nur Industrie ist.“
Diese Menschen möchte Özdemir unterstützen. Als Ministerpräsident will er dafür einstehen, dass die gegebenen Versprechen eingehalten werden.




