Bretten soll sich verändern

aber mit Maß und Richtung.

Beim Thema Windkraft zeigen sich die politischen Positionen besonders deutlich: Die große Mehrheit des Brettener Gemeinderats setzt auf erneuerbare Energien, faire Flächenverteilung und regionale Wertschöpfung. Die Brettener AfD will zurück zur Atomkraft, der teuersten Technologie. In Bretten können wir in weniger als fünf Jahren eigenen günstigen Windstrom erhalten, ein neues AKW (am Saalbach?) wäre hoch subventioniert frühestens in 10 – 15 Jahren am Netz. So etwas als Zukunftslösung zu verkaufen, ist Realsatire. Neuer Atomstrom kostet netto rund 31 Cent pro kWh – die Entsorgungskosten noch nicht eingerechnet. Windstrom an Land – entsprechend unseren Brettener Zukunftsplänen – liegt bei Gestehungskosten von unter 10 Cent/kWh. Die Zukunft liegt im konsequenten Ausbau von Wind-, Solarenergie und Stromspeicherung – vor Ort, fair organisiert und bezahlbar.

Wir Grüne begrüßen, dass die Energiewende mit dem Flächenpooling jetzt einen großen Schritt vorankommt: Die Stadt macht Bretten durch die lokale Stromerzeugung zukunftsfest.

Auch Bildung muss gerecht sein – für alle! Den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung begrüßen wir ausdrücklich. Er stärkt Familien, Bildungsgerechtigkeit und Bretten als Standort. Ganztag ist nicht nur bloße Betreuung. Gute Ganztagsschulen verbinden Unterricht, Förderung, Bewegung, Kreativität und außerschulische Partner. Geringe Anmeldezahlen dürfen nicht vorschnell als fehlender Bedarf gedeutet werden – Nachfrage entsteht dort, wo überzeugende Angebote sichtbar werden.

Beim Böcklehaus geht es nicht mehr um die Frage, ob das Restgebäude noch zu retten ist. Entscheidend ist nun, was an dieser städtebaulich wichtigen Ecke künftig an seine Stelle tritt. Wir setzen uns deshalb für eine markante, angepasste Neubebauung ein – und für die Sicherung der drei noch intakten Fachwerkfassaden. Das Schlagwort „städtebaulicher Missstand“ für unser historisches bauliches Erbe ist unangemessen.

Bretten soll sich verändern – aber mit Maß und Richtung. Das gilt auch für das Klimaanpassungskonzept: Bretten ist durch das geänderte Klimagesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW) verpflichtet, ein kommunales Klimaanpassungskonzept zu erstellen – also ein Konzept für den Umgang mit Hitze, Trockenheit, Wassermangel und Starkregen. Auf unseren Antrag hin hat uns die Verwaltung den aktuellen Stand aufgezeigt. Die Abstimmung mit der Umwelt- und Energieagentur Landkreis Karlsruhe ist sinnvoll, darf notwendige Schritte aber nicht verzögern.

„Diskurs – Disput – Erneuerung“ – Melanchthons Motto passt auch zur Gemeinderatsarbeit. Dort muss über Brettens Zukunft offen und uneingeschränkt diskutiert werden – zum Wohle unserer Stadt.

Es grüßen Ute Kratzmeier, Otto Mansdörfer, Frank Schneidereit und Nina Tossenberger