Bretten nutzt sein touristisches Potenzial bislang nicht voll aus, obwohl unsere Voraussetzungen gut sind: Unsere Erreichbarkeit, insbesondere aus den Räumen Karlsruhe, Pforzheim und Bruchsal ist ein klarer Standortvorteil. Diesen sollten wir strategischer nutzen, um Besucher gezielt nach Bretten zu lenken und möglichst auch zu Übernachtungsgästen zu machen.
Formate wie die „HandmadeART“ zeigen, dass neue Angebote neue Zielgruppen anziehen können. Auch unser Weinmarkt als einziger Wein-Event in der Region sollte deutlich offensiver promotet und in der Fläche der Altstadt weiterentwickelt werden. Wir verfügen mit Persönlichkeiten wie Philipp Melanchthon und Michael Heberer über ein starkes historisches Profil. Ersterer weltbekannt und im Melanchthonhaus sehr gut präsentiert, wird letzterer in Bretten noch immer eher mit dem Großbrand des gleichnamigen Hauses verbunden. Er könnte zum Brettener Geschichtenerzähler aufgewertet werden. Hinzu kommen bekannte zeitgenössische Namen wie Olaf Malolepski, die wir im Stadtmarketing stärker einbinden und promoten könnten.
Entscheidend ist zudem, unsere Zielgruppen besser zu kennen:
Wer besucht uns eigentlich – Alter, Geschlecht, Herkunft? Mit diesem Wissen ließen sich Marketingmaßnahmen präziser und wirkungsvoller ausrichten. Gerade Trends wie der Gravel-Bike-Tourismus bieten die Chance, jüngere Gäste anzusprechen und Bretten als aktives, naturnahes Reiseziel zu positionieren.
Wir werben gerne mit unserer pittoresken „Altstadt“. Was meinen wir eigentlich damit? Marktplatz, Fußgängerzone und Pfeiferturm – und dann Ende Gelände? Während wir die „Altstadt“ immer wieder hervorkehren, haben wir sie in den letzten Jahrzehnten zur Hälfte abgerissen. Deshalb: Das Böcklehaus ist für die Altstadt unverzichtbar und darf nicht verschwinden, auch wenn es derzeit jämmerlich aussieht. Gleiches gilt in der Pforzheimer Straße: Die Stadt muss sich um die Brandruine kümmern und etwas Neues anstoßen.
Eine Tourismus-Card könnte Angebote wie Kletterpark, Streichelzoo und Bäderwelt gebündelt und durch Rabattaktionen attraktiver gestalten, um zusätzliche Anreize für längere Aufenthalte zu schaffen. Ein Gewinn wäre ein attraktiver Campingplatz. Er könnte dort entstehen, wo die Pferdeklinik wegzieht. Der Freizeitbereich Eng sollte über einen attraktiven Geh- und Radweg zugänglich werden – die Fläche ist vorhanden! Heute streiten sich Autos, Fußgänger, Kinderwagen und Radfahrer um den Platz auf der schmalen Straße.
Bretten hat Substanz. Jetzt gilt es, diese Stärken zu bündeln, sichtbarer zu machen und strategisch weiterzuentwickeln.
Wir freuen uns über den grünen Wahlerfolg auf Landesebene am vergangenen Sonntag und grüßen frohgemut
Ute Kratzmeier, Otto Mansdörfer, Frank Schneidereit und Nina Tossenberger